Wandern in Petra ist ein absoluter Traum! Es gibt so viele gut beschilderte Wege und jede Menge großartige Aussichten unterwegs. Man möchte am liebsten jeden einzelnen Trail wandern um ja nichts zu verpassen.

Petra erkundet man am besten zu Fuß. Dafür ist eine gewisse Fitness Vorrausetzung, da man auf unebenem Boden und viele Treppen hinauf und hinab unterwegs ist. Aber es lohnt sich, man bekommt so viel zu sehen und je anstrengender die Route, desto weniger andere Menschen wird man treffen.

Es gibt zwar theoretisch die Möglichkeit diverse Tiere zu reiten, aber leider werden die wirklich schlecht behandelt. Also sollte das nur eine Option für Notfälle bleiben.

Da die Temperaturen auch im Winter hoch sein können und außerdem viele Tagestouristen ab 8 Uhr morgens ankommen, empfehle ich den Tag früh zu beginnen. Dann hat man zumindest den Siq und die Schatzkammer noch weitgehend für sich allein.

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Das Kloster, die größte Fassade in Petra

Am Besucherzentrum liegen Karten und Informationsmaterial in verschiedenen Sprachen aus, und unterwegs sind die meisten Routen gut ausgeschildert. Es gibt einige wenige Pfade, für die man einen Guide braucht. Alles andere kann man getrost auf eigene Faust erkunden.

Die Karten geben eine Laufdauer für die jeweilige Route an. Ich war immer deutlich schneller! Ich bin zwar generell relativ fit, aber nicht besonders gut trainiert. Und es war nicht heiß, als ich in Petra war. Ich habe als Referenz mal meine Laufzeiten für die jeweiligen Strecken aufgeschrieben:

  • Besucherzentrum zum Siq 10 min
  • Siq zur Schatzkammer 20 min
  • Weg zur Hohen Opferstätte 70 min
  • Wadi Farasa-Pfad 60 min
  • Klosterpfad (Ad Deir Pfad) 60 min
  • Kloster zum Besucherzentrum 110 min
  • Al Khubtha-Pfad 90 min hinauf, 60 min hinunter

Vom Besucherzentrum aus läuft man einfach die Straße bergab in Richtung des Siq. Es gibt ein paar Grabmale auf dem Weg nach unten, aber sie sind eher unspektakulär.

Die Karte aus dem Besucherzentrum

Wandern in Petra auf dem Hauptweg (Besucherzentrum zum Basin Restaurant)

Siq bis Schatzkammer

Der etwas über einen Kilometer lange Siq wurde durch ein Erdbeben gebildet, das die Felsen aufspaltete, und nicht durch Wasser, wie z.B. der Antilope Canyon. Daher ist er sehr steil und eng mit bis zu 180 m hohen Wänden und, bei Regen, anfällig für Sturzfluten. Man sollte also die Wetterlage in der Region im Auge behalten.

Für den Weg zur Schatzkammer (Al Khazneh) habe ich etwa 20-30 Minuten gebraucht. Ich bin ihn im Laufe meiner 3 Tage in Petra mehrmals gelaufen und habe jede Menge Fotos gemacht. Es gibt so viele Details, man sollte also ein bisschen Zeit einplanen. Das Gestein zeigt so viele verschiedenfarbige Schichten und an manchen Stellen, wo bei Regen Wasser herunterläuft, sieht es aus wie Wachs oder geschmolzene Schokolade.

Sieht aus wie ein Schokoladenbrunnen, oder?

Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass die Schatzkammer hinter der nächsten Ecke auftauchen würde, so dass die Vorfreude stetig anstieg. Wenn man diesen Punkt endlich erreicht, sollte man sich Zeit nehmen und den Moment genießen, in dem man zum ersten Mal einen Blick auf die Schatzkammer wirft. Ich habe mich gefragt, was der erste Mensch, der diesen Ort nach Jahrhunderten wiederentdeckte, gedacht haben muss. Ich glaube, ich hätte hinübergehen und ihn mit meinen Händen berühren müssen, um zu glauben, dass alles echt ist!

Der erste Blick auf die Schatzkammer, ein toller Moment!

Es ist wirklich interessant, sich all die Details anzuschauen, es gibt sowohl griechische als auch nabatäische Elemente und es ist schwer zu glauben, dass all dies ohne moderne Techniken und Werkzeuge erbaut wurde.

Je früher am Tag man dort ist, desto größer sind die Chancen, dass keine oder nur wenige andere Menschen in der Nähe sind. Das gleiche gilt aber auch für den späten Nachmittag.

Schatzkammer bis Basin Restaurant

Von der Schatzkammer läuft man weiter zum Theater. Man läuft an vielen Gräbern auf der Straße der Fassaden und an vielen Ständen mit Souvenirs vorbei. Immer wieder trifft man auf Kinder, die Postkarten verkaufen. Bitte ignoriere sie und kaufe ihnen nichts ab. Sie sollten in der Schule sein und solange sie Geld nach Hause bringen, werden die Eltern sie arbeiten schicken.

Blick auf das Römische Theater vom Al Khubta Trail

Das Römische Theater ist ziemlich beeindruckend. Im Gegensatz zu den typischen römischen Theatern ist es, wie die Gräber, aus dem Fels gehauen und nicht aus Blöcken gebaut, was es einzigartig auf der Welt macht.

Von hier aus geht man die Kolonnadenstraße hinunter, die zum Teil noch die originalen Pflastersteine aufweist. Auf dem Weg findet man die Reste des Nymphäum und des Großen Tempels und schließlich das Qasr al Bint. Dieses ist das einzige Steingebäude, das durch das Erdbeben im 4. Jahrhundert n. Chr. nicht völlig zerstört wurde.

Die gefallenen Säulen, interessanterweise aus Scheiben gebaut

Ganz am Ende der Hauptstraße finden man ein Restaurant mit (meiner Meinung nach überteuerten) Speisen und Getränken. Viel billiger ist es, sich um die Ecke in Richtung Klosterpfad an einem der Beduinenstände einen Tee oder eine kalte Cola zu holen.

Wandern in Petra auf dem High Place of Sacrifice Trail

Dies war mein Lieblingstrail. Vielleicht wegen der Gesellschaft, die ich hatte (ich habe 2 amerikanische Mädels am Anfang des Trails getroffen und wir haben den ganzen Tag zusammen verbracht), aber auch wegen der Aussichten, die man auf dem Weg zu sehen bekommt.

Ich empfehle, diese Tour gleich morgens zu machen, bevor es voll oder zu heiß wird.

Der Pfad beginnt auf der linken Seite, nachdem man die Fassaden im äußeren Siq passiert hat und zu einem Platz mit vielen Ständen kommt.  

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Die Straße der Fassaden

Die erste Stunde oder so steigt man eine Treppe nach der anderen hinauf, man sollte also definitiv genügend Wasser dabeihaben. Je nach Jahreszeit sollte man auch die größte Hitze vermeiden. Für Menschen mit Höhenangst ist dies vielleicht nicht die beste Wanderung, da es oft sehr steil ist. Bei aller Anstrengung sollte man trotzdem daran denken, sich ab und zu mal umzudrehen, um die Aussicht zu genießen.

Auf dem ersten Plateau gibt es ein kleines Café, in dem man Tee oder andere Erfrischungen bekommen kann. Hier steht ein alter Obelisk und ich bin mir sicher, dass es irgendwo ein Hinweisschild gibt, das zeigt, wo es zur eigentlichen Opferstätte geht. Aber wir haben es nicht gesehen. Wir hatten das Glück, hier zum ersten Mal andere Leute zu treffen. Die konnten uns zeigen, wo es von hier aus weitergeht. Es war ein kurzer Aufstieg auf einige Felsen und da war er, der Steinaltar, der in der nabatäischen Zeit für Blutopfer verwendet wurde.

Der Opferaltar am High Place of Sacrifice

Man kann das Abflusssystem sehen, wo das Blut vom Altar herunterlaufen sollte. Ich hoffe sehr, dass es hier nur Tieropfer gab.

Die Aussicht über die Berge ist von dort oben großartig, also nimm dir Zeit, um sie zu genießen und Fotos zu machen. Ein Stück weiter unten befindet sich ein weiteres Café neben dem offiziellen Aussichtspunkt über die Königsgräber. Es gibt nirgendwo ein Geländer, also unbedingt Sicherheitsabstand halten. Auch wenn es sehr verlockend ist, für die beste Aussicht ganz nah an den Rand zu gehen.

Wandern in Petra auf dem Wadi Farasa Trail

Der beste Weg vom Hohen Opferplatz ins Tal ist der Wadi Farasa Trail. Er schlängelt sich an der Rückseite des Berges hinunter und bietet herrliche Ausblicke. Man kommt am Garten Triclinium und dem römischen Soldatengrab vorbei, die beide einige Fotos und Erkundungen wert sind. Der Weg ist am Fuße des Berges nicht sehr deutlich markiert, aber von dort kann man schon das Qasr al Bint sehen. Also kann man sich einfach einen Weg über die Hügel zur Hauptstraße suchen.

Im Garden Triclitium

Vom Qasr al Bint kann man entweder weitergehen und dem Klosterpfad (Ad Deir Trail) folgen oder auf der Hauptstraße zurück durch den Siq nach Wadi Musa gehen.

Wandern in Petra auf dem Kloster Trail (Ad Deir Trail)

Mein absoluter Lieblingsort in Petra ist das Kloster, oder Ad Deir. Es hat etwas ganz Besonderes, im Café gegenüber zu sitzen, einen Granatapfelsaft zu trinken und es einfach nur zu anzusehen.

Um dorthin zu gelangen, muss man etwa 800 Stufen hinaufsteigen. Aber keine Sorge, dazwischen gibt es kurze, flache Wegabschnitte und auch einige Cafés. Hier kann man eine Pause einlegen und bei Bedarf einen Tee trinken. Ich bin diesen Weg in den 3 Tagen, die ich in Petra verbracht habe, sogar zweimal gewandert, weil er mir so gut gefallen hat.

Die Treppen zum Kloster

Der Anfang des Weges liegt rechts hinter dem Basin Restaurant. Danach kann man eigentlich nichts mehr falsch machen, es gibt nur noch einen Weg. Achte unterwegs auf das Schild für das Löwen Triclinium. Es ist benannt nach dem Löwenrelief an der Fassade neben dem Eingang des Grabes.

Danach wird sich die Treppe wie eine Ewigkeit anfühlen, aber es lohnt sich wirklich durchzuhalten. Wenn man es endlich geschafft hat, kann man einen Tee oder einen Saft in Café trinken und in aller Seelenruhe die Details des Klosters betrachten.

Wenn du noch ein bisschen Energie übrig hast, geh noch ein Stück weiter zu einem der „best view“-Cafés, von wo aus du einen tollen Blick über das Kloster und ins Jordantal hast.

Monastery Petra Jordan
Das Kloster in Petra

Es gibt auch einen „Hintereingang“ zum Kloster. Man kann sich von Wadi Musa aus mit einem 4×4 Auto zum Beginn des Weges fahren lassen. Dann kann man ganz entspannt den Tag am Kloster beginnen und die Stufen nur hinunter gehen, um den Rest von Petra zu erkunden. Allerdings ist das Licht zum Fotografieren am Kloster am Nachmittag am besten.

Wandern in Petra auf dem Al Khubtha Trail – Aussicht auf die Schatzkammer

Dies ist meiner Meinung nach der am meisten überschätzte Wanderweg in Petra. Es geht gefühlt mindestens eine Stunde lang ununterbrochen treppauf, was mich an Frodos und Sams Wanderung nach Mordor in „Der Herr der Ringe“ erinnert hat. Wenn man oben ankommt, wird man von den Beduinen belästigt, die einem Tee oder Cola verkaufen wollen. Oft verlangen sich auch Geld dafür, dass man die Schatzkammer von oben fotografieren darf.

Die endlosen Treppen nach Mordor, äääh zum Aussichtspunt über die Schatzkammer

Aber natürlich ist die Aussicht großartig, wenn man auf ein Instagram taugliches Bild aus ist. Wenn man nur einen Tag Zeit hat, würde ich allerdings den High Place of Sacrifice Trail diesem hier auf jeden Fall vorziehen.

Sobald man wieder unten ist, sollte man sich etwas Zeit nehmen, um die Königsgräber am Fuße des Berges zu erkunden. Sie sehen am besten in der Nachmittagssonne aus, wenn all die verschiedenen Farben wirklich gut zur Geltung kommen. Mein Favorit ist das Seidengrab mit seinem blauen und roten Muster.

Das Urnengrab kann man auch innen ansehen

Außerdem kann man hier ein paar Gräber von innen ansehen. Am beeindruckendsten ist das Urnengrab mit seinen vielen Höhlen.

Wenn man dann noch ein bisschen Zeit übrig hat, lohnt sich ein Blick auf die Kirche und die Ausgrabungen in ihrer Umgebung.

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